Presse

– ”Bread & milk / rice & water” (Rubato)

„Dann steuert das 70-minütige Stück bereits auf seinen Höhepunkt zu. In der für ihn typischen Präzision und Dynamik überwuchert Florian Bilbao, einer der besten Tänzer Berlins, die nicht eben kleine Bühne im Eden mit einem Tanz voller abgefederter Stürze und separierter Schwünge. Und meint, es gebe nichts über ihn zu erzählen, alles sei ganz normal, geboren in Frankreich, Eltern geschieden, Schule, Tanz, Berlin, hier Frau und Kind. Doch sein expressives, spannungsgeladenes Solo verkündet anderes. Als er verharrt, zu sinken droht, unterschiebt sich ihm sanft stützend Mercedes Appugliese, umfängt ihn, wird von seiner Bewegungswut infiziert. Zwei Verunsicherte finden sich in einem rasanten und riskanten, wunderbar flüssigen Duett, verklammert, gerissen, gestoßen, über den Boden gezerrt und geflogen, bis er der Liegenden wie im Tod die Arme kreuzt, sich neben sie setzt. Das kann nur Gelächter brechen. (Volkmar Draeger, 04.09.12)“

– „When the mountains changed its clothes“ (Heiner Goebbels)

„Die Chorleiterin Karmina Silec „trainiert“ mit den Mädchen nicht nur das Singen, sie führt sie auch zu freien Improvisationen, zu sinnfälligen kleinen szenischen Darstellungen, zu Körperaktionen, zu choreographischen Anordnungen und Bewegungen, für die hier der Choreograph Florian Bilbao zeichnet.“

„Es ist schon erstaunlich, mit welcher Gewandtheit, Körperbeherrschung, Präzision und Schnelligkeit die Mädchen einzeln und im Ensemble agieren, spielend, sprechend, singend.“

„So scheint die Verstörung des Publikums wichtiger als dessen Erbauung. Weil die zunächst tastenden, dann geschäftig wuselnden oder rhythmisch strengen Bewegungsabläufe offenbar einer schwer zu entschlüsselnden Choreographie unterliegen, die Florian Bilbao verantwortet.“

– „Europeras 1 & 2″ (Heiner Goebbels)

„Ein Lob den sekundenpräzisen Helfern auf der Bühne“

„Und doch: Ein professioneller Bienenkorbbewohner kann gar nicht anders, er muss beeindruckt sein von diesem Meisterwerk der bühnentechnischen Logistik. Ein hohes Lob gilt den perfekt trainierten, lückenlos sekundenpräzise arbeitenden Helfern auf der Bühne, die sich, wie übrigens die Musiker und Sänger auch, an der durchlaufenden Digitaluhr zu orientieren haben, mit der schon John Cage anno 1987, bei der Uraufführung von „Europeras“ in Frankfurt am Main, den Dirigenten ersetzt hatte. (Frankfurter Allgemeine, Eleonore Bühning)“

Eine „überwältigend bilderreiche Traumreise durch die Geschichte des Theaters“ habe Goebbels mit Cages „Anti-Oper“ geschaffen, sagt Ulrike Gondorf in der Sendung „Fazit“ auf Deutschlandradio Kultur (17.8.2012). Dabei nutze er „den Zauberkasten verschwenderisch und zugleich ökonomisch. Die Situationen und Bilder, die er schafft, zeugen von unerschöpflicher Spiellust und Phantasie, auch von Humor und Spielwitz. Aber die Abfolge ist so organisch und musikalisch, dass ein lebendiges und kontrastreiches, immer überraschendes und nie übersättigendes und erstickendes Erlebnis entsteht.“ Der Abend alles sei „beinah ein Requiem auf die Oper. Da werden fragile Fundstücke, kostbare Erbstücke noch einmal dem nostalgischen Blick dargeboten. Mit dem Wissen, dass es vorbei ist. Die Oper liegt in Scherben, aber jede einzelne leuchtet wie ein Diamant.“

Den „Triumph des Bühnenarbeiters“ hat Peter Michalzik von der Frankfurter Rundschau (20.8.2012) an diesem Abend erlebt, und das sei „gar nicht verkehrt bei Cages radikaldemokratischem Zufallsprinzip“

– „Der Trommler“

„Die Kinder waren die Stars gestern Abend. 38 junge Nachwuchstänzer eröffnete die zehnten Movimentos-Festwochen der Autostadt im Theater – und bezauberten mit ihrer modernen Interpretation des Grimm-Märchens „Der Trommler“.“

„Für ihre Interpretation des Märchens legen sich die Kinder und Jugendlichen der Akademie nicht auf einzelne Rollen fest. Ob „Gut“ oder „Böse“, „Trommler“, „Riese“, „Hexe“ oder „Prinzessin“ – um klischeehaften Wahrnehmungen und Rollenzuschreibungen zu entgehen, verkörpert jeder Tänzer jede Rolle mindestens einmal auf der Bühne. Unter der Anleitung der Choreographen Daniel Martins und Florian Bilbao haben sich die 40 Nachwuchstänzer sechs Monate lang mit dem Märchen und dessen tänzerischer Darstellung beschäftigt.“

„Die Choreografen ordnen die Figuren als einzelne Facetten der Persönlichkeiten der Kinder ein, mal sind sie mutig und wild wie der Trommler, mal zupackend wie die Prinzessin, gemein wie die Hexe oder Angst einflößend wie der Riese. Dieses Konzept unterstützt auch Kostümbildner Sebastian Ellrich. Beachtlichen Trommlermut beweisen die Nachwuchstänzerinnen und -tänzer schon mit ihrer Teilnahme.“

– „Ghost Letters 3“ für Emerging Properties

„Diese interaktive Tanzperformance beginnt mit einer kleinen Reise: Ein Bus holt zu den angegebenen Zeiten die Zuschauer ab und bringt sie zum eigentlichen Aufführungsort, dem Gertrud Seele Haus. Dort begibt sich der Franzose Florian Bilbao, der zuletzt als Performer bei Christoph Winkler auffiel, mit vier Tänzern auf die Spur eines Gedichtzyklus von Richard Mac Cann. Diese thematisiert den Verlust des geliebten Partners“ (TIP, 19.01.03)

„Bilbao nun verlegt die theatrale Situation in einen offenen, kunstfremden Raum, konfrontiert den Zuschauer mit der körperlich dargestellten Krise, mit Verzweiflung, Depression und Endlichkeit, und er zeigt in der Rebellion gegen die Verzweiflung eine tiefe Schönheit.“ (Jana Sittnick, die Tageszeitung, (18.01.03)

„Loslassen“

„Besonders gespannt sein darf man unter den 19 Produktionen des Hauptprogramms auf Florian Bilbao, der die 13. Festivalausgabe eröffnet. Der südfranzösische Kraftbolzen kam erst vor zwei Jahren nach Berlin und stieg sofort in die Liga der begehrtesten Tänzer auf. Zuletzt war er an der Retrospektive zum 25-jährigen Jubiläum der Tanzfabrik beteiligt. Aber Bilbao choreographiert auch.“ (Franz Anton Cramer, TIP, 30.12.03)

„De Spannung von Form und deren Auflösung maß Florian Bilbao in „Loslassen“, seinem Solo mit Partnerin aus. Wohl kein anderer Tänzer hat im vergangenen Jahr so auf sich aufmerksam gemacht wie Bilbao. Selbst in insgesamt eher missratenen Stücken blieb er einem angenehm in Erinnerung.“ (Michaela Schlagenwerth, Berliner Zeitung, 02.01.04)

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